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Scheitern der letzten Klimakonferenz vor Kopenhagen


Und auch die letzte Vorkonferenz vor dem alles entscheidenden anstehenden Weltklimagipfel, der in knapp vier Wochen in Kopenhagen beginnt, ist ergebnislos zu Ende gegangen.

In Barcelona haben vom 2. bis 6. November noch einmal die Vertreter von √ľber 180 L√§ndern getagt, um den Weltklimagipfel, der vom 7. bis 18. Dezember in D√§nemark stattfindet, vorzubereiten.

Eigentlich sollte in Kopenhagen ein Nachfolgeabkommen f√ľr das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll von 1997 vereinbart werden, welches f√ľr alle L√§nder verbindliche Regelungen zur CO2-Emissionsreduzierung festlegt.
Doch die Zeichen f√ľr ein derartiges verbindliches Abkommen stehen mehr als schlecht!

Obwohl auch im Rahmen der letzten Konferenz in Bangkok und danach und immer wieder bekundet wurde und wird, dass doch ein verbindliches Abkommen im Dezember zustande kommen muss, tun doch die Beteiligten alles, um dies zu verhindern.
Weniger als einen Monat vor der entscheidenden Konferenz in Kopenhagen scheint immer noch alles offen zu sein: welche Form etwa ein solches Abkommen haben soll, ob es √ľberhaupt in einen v√∂lkerrechtlich verbindlichen Vertrag m√ľndet oder lediglich ein politisches Lippenbekenntnis bleibt. Selbst dar√ľber gehen die Meinungen weit auseinander. Im Gegenteil: Es scheint mittlerweile schon klar zu sein, dass in Kopenhagen keinerlei verbindliches Abkommen zustande kommen wird.

Wie es in der Presseerklärung des UN-Klimasekretariats zur Konferenz in Barcelona heißt,
gab es nur ‚Äěeinen kleinen Fortschritt in den beiden gro√üen Streitfragen‚Äú, n√§mlich der mittelfristigen Emissionsreduktionsziele der Industriel√§nder und der Finanzhilfen f√ľr die Entwicklungsl√§nder, die es diesen erm√∂glichen sollen, ihr Wachstum und damit auch ihre CO2-Emissionen zu begrenzen.
Und diesen “kleinen Fortschritt” muss man wohl eher als keinen Fortschritt interpretieren.

So sagte denn auch der Chef des UN-Klimasekretariats Yvo de Boer bei seiner abschlie√üenden Pressekonferenz am 6. November, dass es deutlich “mehr Bewegung” geben m√ľsse und dass die “Regierungen zwischen jetzt und Kopenhagen ihre Zusagen deutlich machen” m√ľssten.


Ein in Kopenhagen abgeschlossener Vertrag m√ľsse seiner Meinung nach 4 wichtige Punkte enthalten, n√§mlich: “1. Ehrgeizige Emissionsreduktionsziele der Industriestaaten bis 2020, 2. Bestrebungen der Entwicklungsl√§nder, ihr Wachstum zu begrenzen, 3. kurz- und langfristige Finanzierungsmodalit√§ten der reichen L√§nder, sowie 4. Strukturen, um dieses Geld zu verteilen.”

Doch √ľber diese wichtigen Punkte konnte bisher noch keine Einigung erzielt werden.

Yvo de Boer forderte auch noch einmal die USA auf, sich auf genaue Reduktionsziele bis zur Mitte des Jahrhunderts festzulegen.
Wie in der S√ľddeutschen Zeitung vom Wochenende berichtet wird, wollte sich jedoch der
US-amerikanische Chef-Klimaunterh√§ndler Jonathan Pershing bis zum Ende der Konferenz nicht einmal darauf festlegen, ob die USA in Kopenhagen √ľberhaupt irgendwelche genauen Zahlen nennen werden.

Wenn die Industriestaaten, die den Gro√üteil der weltweiten CO2-Emissionen zu verantworten haben und damit die Hauptverursacher des Klimawandels sind, und insbesondere die USA als gr√∂√üter CO2-Emittent unter den Industriel√§ndern jedoch in Kopenhagen nicht mit gutem Beispiel vorangehen und genaue Zielvorgaben machen sowie den √§rmeren L√§ndern Finanzhilfen zur Verf√ľgung stellen, wird es zu keiner Einigung und erst gar keinem Vertrag in Kopenhagen kommen.

Von Spiegel-Online wurde sogar berichtet, dass selbst Yvo de Boer nicht mehr ernsthaft daran glaubt, dass ein fertiger Vertrag einschließlich Vertragsabschluss in Kopenhagen zustande kommen könnte, obwohl er dies in seiner Presseerklärung noch angab.
So wie es vielerorts heißt, könnte möglicherweise eine politische Willenserklärung der Staats- und Regierungschefs ein solches verbindliches Abkommen ersetzen.
Doch eine derartige Willenserkl√§rung w√§re wenn √ľberhaupt nur politisch bindend und w√ľrde wieder einmal nur eine Alibifunktion erf√ľllen.

Auf dem politischen Parkett w√ľrde dann wieder einmal alles bleiben wie gehabt, was anhand der dr√§ngenden Probleme unserer Zeit einer Katastrophe gleichk√§me!